Bulgarien – Wie ein Land sein Volk verliert

Würde man in Bulgarien eine Umfrage starten, was die größten Probleme des Landes sind, bekäme man wahrscheinlich je zu einem Drittel Politik,Korruption und die Parallelkultur der Roma zu hören. Diese Probleme sind sicherlich real und wahr, wenn auch nicht immer objektiv erfasst. Dieser Staat hat aber ein weiteres, vielleicht sogar größeres Problem: Er stirbt aus. “Bulgarien – Wie ein Land sein Volk verliert” weiterlesen

Nekrologe – Die allgegenwärtigen Traueranzeigen

Man findet sie oft an Haustüren und Strassenlaternen: Nekrologe, Todesanzeigen. In Deutschland veröffentlicht man sie in Zeitungen,  Hier in Bulgarien an Eingangstüren, öffentlichen Flächen . Auch alte,unbewohnte Häuser werden oft mit Nekrologen tapeziert. Man klebt sie vorwiegend an Orte, an denen der verstorbene Oft verkehrte, vor seine ehemalige Arbeitsstätte, in der Nachbarschaft des letzten Wohnsitzes und an dafür gemachten Anschlagsflächen an Kirchen und Friedhöfen. Am Wohnhaus der verstorbenen werden zusätzlich Schwarze schleifen angebracht. Der Zweck des ganzen ist es, verwandte und bekannte möglichst schnell über den Verlust eines Mitmenschen zu informieren, da in Bulgarien Beerdigungen meist innerhalb 48 stunden vorgenommen werden.  Todesanzeigen werden zum Gedenken wieder aufgefrischt, meist nach 40 Tagen, 6 monaten,   1,2,5,10 … Jahren. Dieses erneute anbringen lädt oft  auch gleichzeitig zum gemeinsamen Andenken ein. In einigen Städten oder Strassenzügen, gerade in Tourismusgebieten, ist das anbringen von Nekrologen mittlerweile verboten.

Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa – Was heisst das für Bulgarien?

Ab 1.1.2014 bekommen Bulgaren und Rumänien uneingeschränkten Zugang zum (u.a.) deutschen Arbeitsmarkt. Diese Schlagzeile ist dieser Tage kaum zu überhören oder zu überlesen. Die Konsequenzen für Deutschland werden teils polemisch, teils sachlich in den deutschen Medien erörtert. Aber was bedeutet diese Freizügikeit für Bulgarien?

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Proteste in Sofia – Hintergründe und Entwicklung

Proteste in Sofia
Proteste in Sofia

Seit 150 Tagen finden in Sofia täglich Proteste gegen die Regierung statt. Nachdem diese Proteste 5 Monate ohne jegliches Echo seitens der Regierung verhallt sind, haben sich in den letzten Tagen die Formen des Protestes verstärkt, so ist nach der Besetzung der Sofioter Universität in den letzten Tagen auch sehr seriös und recht  erfolgreich versucht worden das Parlament zu Blockieren. Die Polizei geht mit ungehemmter Härte gegen die Demonstranten vor. Bei diesen Versuchen wurden allein am 12. und 13. November 2013 fast 50 Leute teilweise willkürlich oder wegen Lappalien festgenommen.

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Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie verboten – Bulgarische edition

Als ich 2008 nach Bulgarien mit der Donaufähre nach Bulgarien kam, fand ich ein kaputtes, armes Land vor, mit Straßen die sich kaum so nennen konnten, bewohnten Bauruinen aus kommunistischen Zeiten und eine desillusionierte Bevölkerung. Um zu verstehen, warum das 19 Jahre nach der Wende noch so aussah und warum die Situation heute ist wie sie ist, muss man tiefer in der jüngeren Vergangenheit Bulgariens graben.

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Christo Botev:”Hinrichtung Vasil Levskis” – deutsche Übersetzung

500 Jahre lang wurde Bulgarien unterdrückt von den Osmanen,eine wahrhaft traurige Epoche in der Geschichte des Landes. In der Zweiten Hälfte des 19.jahrhunderts Bildete sich eine Untergrundorganisation um den Widerstandskaepfer Vasil Levski, nach einigen spannenden Geschichten,nachzulesen in der Wikipedia . 1973 Wurde Levski von den osmanen Gefangen und zum Tod am Galgen verurteilt. Sein Freund,der Autor Christo Botev verfasste ein Gedicht über seinen Tod, von dem sich bislang im netz keine anständige deutsche Übersetzung findet – daher hier meine Version  “Christo Botev:”Hinrichtung Vasil Levskis” – deutsche Übersetzung” weiterlesen

Mittelalterliche Stadt Cherven

Cherven, ein Dorf mit 302 Einwohnern, 30 km südlich von Russe kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: im 12-13. und 14. Jahrhunderts war die (damalige) Stadt eine beliebte und gut verteidigte Handelsstadt und ein Umschlagplatz für Kohle und Eisenerz. Selbst nach der Eroberung durch die Osmanen 1388 behielt die Stadt, dessen Aussmasse mittlerweile einen Quadratkilometer überstiegen, zunächst ihre Wichtigkeit bei und verlor erst später an Bedeutung. “Mittelalterliche Stadt Cherven” weiterlesen

Donaustadt Ruse

Ruse ist mit 165.000 Einwohnern die 5.-größte Stadt Bulgariens und die größte in der Donauebene. Sie liegt direkt an der Donau und ist dank der noch (Stand 08/2012)  einzigen Donaubrücke als einzige Stadt über eine Straßen-/Schienenverbindung mit Rumänien verbunden.  Wie in den meisten bulgarischen Städten wohnt ein Großteil der Bürger in Wohnblocks, meist zwischen 1950 und 1970 errichtet, und oftmals dringend renovierungsbedürftig. Da die Region sehr flach ist, bot sich bei der Errichtung genügend Platz, um  Ruse mit breiten Straßen und Boulevards zu versehen.

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